Campus Navigation
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FH Oberösterreich
TASKS
Konzept, Design, Konstruktion, Modellbau
UX/UI- & App-Design: Die ergonomisch optimierte Campus-Navigation FLOW
Die Herausforderung: Kognitive Barrieren im mobilen Interface auflösen
In weitläufigen Gebäudekomplexen wie dem FH Campus Hagenberg führt Orientierungslosigkeit schnell zu Stress. Mobile Navigations-Apps bieten hier theoretisch Abhilfe – in der Praxis scheitern viele digitale Schnittstellen jedoch an mangelnder Ergonomie, unzureichenden Kontrasten oder unlogischen Bedienstrukturen.
Die Aufgabe für flott.design im Rahmen der FLOW-Plattform: Die systematische ergonomische Analyse und vollständige UI/UX-Überarbeitung der mobilen Campus-App. Das Ziel war eine radikal nutzerzentrierte, barrierefreie Anwendung, die kognitive Belastungen reduziert und eine absolut intuitive Mensch-Computer-Interaktion (HCI) bietet.
Die Methodik: Evidenzbasiertes Design durch den Praxistest
Um typische Konstruktionsfehler im digitalen Interface-Design zu vermeiden, haben wir die bestehenden Interfaces einer strengen heuristischen Evaluation unterzogen und in realen Nutzungsszenarien getestet:
Ergonomische Daumenbereich-Analyse: Über 80 % der Smartphone-Nutzung erfolgt einhändig. Mittels farbiger „Thumb Zone“-Overlays haben wir die Reichweite des Daumens analysiert. Das Ergebnis: Zentrale Action-Buttons wurden konsequent aus der oberen Dehnungs-Zone in den leicht erreichbaren, komfortablen unteren Bildschirmbereich verlegt.
Beseitigung von Kontrast-Defiziten: Viele Apps priorisieren Ästhetik über Zugänglichkeit. Durch eine systematische Kontrastanalyse nach internationalen Barrierefreiheits-Standards haben wir Schwachstellen eliminiert. So wurde beispielsweise der Kontrastwert des zentralen Hauptbuttons durch die Anpassung des Rot-Tons um über 138 % gesteigert (von 3,37:1 auf einen Spitzenwert von 8,02:1).
Die Design-Säulen der optimierten App-Gestaltung
Die überarbeitete Version der App erfüllt die strengen Kriterien für digitale Barrierefreiheit (WCAG Richtlinien Level AA) sowie die offiziellen iOS und Android Interface Guidelines:
Visuelle Klarheit & Typografie: Alle Fließtexte wurden auf eine Mindestgröße von 16 Pixeln standardisiert und sind ohne Layoutverlust flexibel skalierbar. Wichtige Statusmeldungen werden grundsätzlich redundant vermittelt – das bedeutet niemals rein über Farbe, sondern immer in einer klaren Kombination aus Text, Symbolik und eindeutiger visueller Hierarchie.
Intuitive 3D-Indoor-Navigation: Das Karten-Interface orientiert sich an vertrauten mentalen Modellen wie Google Maps. Nutzer können Etagen nahtlos umschalten und gezielt barrierefreie Routenoptionen ohne Stufen oder enge Durchgänge wählen. Suchleisten und POI-Markierungen (z.B. für Lifte, Mensa oder WCs) sind prominent platziert.
Touch-optimierte Dimensionierung: Um Fehlbedienungen in der Bewegung oder unter Zeitdruck zu verhindern, wurden alle interaktiven Schaltflächen, Eingabefelder und Symbole mit einer komfortablen Mindestgröße von 44x44 Pixeln ausgelegt und mit ausreichend Weißraum gruppiert.
Kontextueller Hilfe-Chat: Die KI-gestützte virtuelle Assistenz („Mika-Chat“) wurde aus versteckten Untermenüs gelöst und in einen eigenständigen, übersichtlichen Screen überführt. Er bietet Besuchern und Studierenden proaktiv Hilfe, Wegbeschreibungen oder wichtige Live-Updates zu Termin- und Raumänderungen.
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